Die ersten Tage nach der Geburt

0
221

Ja…wer hätte das gedacht, nach 7 Tagen über dem Entbindungstermin. Nach langem warten, einem Haufen Ungeduld, Putzfimmel und ständigem nachts wach werden und nachdenken. Die letzten Tage der Schwangerschaft haben mich wirklich Nerven gekostet. Viel machen konnte ich nicht mehr und weit weg von zu Hause wollte ich auch nicht gehen, da es ja eigentlich jede Minute hätte los gehen können. Bis zum Schluss habe ich noch alles geputzt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war das schon echt extrem. Alles musste klinisch sauber sein, Betten gemacht sein, die Wäsche gewaschen. Schon verrückt, was die Hormone so alles mit einem anstellen. Bewegen konnte ich mich aber eigentlich nicht mehr wirklich viel. Der Bauch war einfach riesig und immer im Weg. Auch der Kleine hatte keinen Platz mehr und hat sich durch rausstrecken sämtlicher Körperteile bemerkbar gemacht :D. Manchmal hatte ich das Gefühl, er sucht sich einen anderen Weg nach drauẞen haha.

Da wir den Geburtstermin überschritten hatten, hieß es von nun an alle 2 Tage zum Arzt zur Kontrolle. Bis wir irgendwann jeden Tag beim Arzt waren. Und man hofft einfach, dass es jeden Tag soweit sein könnte.

Dann einen Tag vor dem 21.08…hatte ich Abends das starke Gefühl ich muss nochmal alles richtig ordentlich machen. Habe geduscht, Haare gewaschen mit allem was dazu gehört und mich zum ersten Mal total entspannt ins Bett gelegt. Ich hab an diesem Abend so gut geschlafen…bis ich in einer kleinen Pfütze aufgewacht bin…Oh man…meine Fruchtblase war geplatzt! Das dachte ich zumindest bis dahin. Später im Krankenhaus habe ich dann erfahren, dass es ein Fruchtblasen Sprung war. Nach kurzer Überlegung, ob wir noch die Wehen zu Hause abwarten oder sofort ins Krankenhaus fahren, sind wir dann doch nach ca. einer Stunde los gefahren. Genau richtig, denn als wir im Krankenhaus ankamen, fingen die Wehen erst richtig an.

Nach ca. 12 Stunden, schmerzen aushalten und Wehen veratmen, einer PDA und einem Notkaiserschnitt kam dann endlich unser kleines Baby auf die Welt. Ben Elian…und als ich aus der Narkose aufgewacht bin und ihn das erste Mal gesehen habe, waren es alle schmerzen Wert gewesen und ich konnte nur noch vor Freude weinen.

Ich greife das Thema Geburt nur kurz auf, wenn ihr Interesse habt an einem ausführlichen Geburtsbericht, kann ich noch einen Extra Beitrag dazu verfassen.

Soo…da war er nun. Unser kleiner Junge. So lange haben wir auf ihn gewartet. Und wenn ich ihn mir jetzt so anschaue, kann ich mir kaum vorstellen, dass er mal in meinem Bauch war! Und das erst vor kurzem. Jetzt liegt er neben mir. Zieht Grimassen, lächelt im Schlaf und schreit ab und zu. Und wir sind beide einfach nur gerührt, seine Eltern sein zu dürfen.

Die ersten Tage im Krankenhaus waren eine kleine Herausforderung. Ich war ja die meiste Zeit alleine dort, außer wir hatten Besuch oder Martin war da. Aber da wir kein Familien Zimmer hatten, durfte er auch nicht Tag und Nacht bei uns bleiben. Da war ich also…frisch gebackene Mama, das allererste Baby im Arm und schmerzen von der Geburt und vom Kaiserschnitt. Wirklich erholen konnte ich mich im Krankenhaus nicht, denn fast alle Babys dort waren 24/7 mit bei den Mamis im Zimmer. Man konnte zwar immer nach einer Schwester rufen und ihn auch mal abholen lassen aber die meiste Zeit war Ben bei mir. Also musste ich mich schnell zusammenreißen, denn der Kleine hat Bedürfnisse…Er will gestillt werden, gekuschelt, gewickelt und beruhigt werden. Und das alles hieß es in kürzester Zeit heraus zu finden. Warum schreit er? Was braucht er gerade? Am Anfang hat er noch wirklich viel geschrien und das auch sehr laut. Er hat ein sehr lautes Organ! und ich war sehr oft damit beschäftigt Ihn zu beruhigen. Richtig schlafen konnte ich im Krankenhaus auch nicht. Spätestens alle 3 Stunden war ich wach, habe ihn gestillt, die Windel gewechselt und versucht ihn wieder schlafen zu legen. Es ist schon merkwürdig, aber man handelt einfach nach Instinkt. Ab dem Tag an, als ich ihn im Arm hatte wusste ich einfach was zu tun ist, ohne dass mir jemand etwas dazu gesagt hat. Es hat viel mit Gefühl und Geduld zu tun.

Die ersten Tage mit ihm im Krankenhaus waren sehr anstrengend und ich war froh, wenn ich es schaffte etwas zu essen oder mich mal schnell zu waschen. Wie oft habe ich mich mit Schmerzen aus dem Bett gequält. Und dann jeden Tag ettliche Untersuchungen. Oft war ich einfach nur müde und erschöpft von der Nacht, auch wenn ich Tagsüber recht schnell wieder fit war. Ich war immer sehr froh, wenn Martin da war. Damit er mir den Kleinen auch mal kurz abnehmen konnte oder ihn mit mir zusammen wickeln konnte.

Auf der anderen Seite war unsere Zeit zu zweit im Krankenhaus auch sehr schön. Das erste Kennenlernen, kuscheln und aneinander gewöhnen. Wie oft habe ich Ihn beim Stillen beobachtet. Mir sein Gesicht und seine kleinen Hände angeschaut. Seine kleine Nase, Mund und Augen. Ich habe ihn oft zu mir mit ins Bett geholt und habe ihn bei mir schlafen lassen, weil ich gememerkt habe, dass er dann sehr viel ruhiger ist.

kuscheln im Krankenhaus

Trotzdem war ich sehr froh, als wir dann endlich nach Hause durften.

Zu Hause zu sein ist ein ganz anderes Gefühl. Viel schöner und ruhiger. Er schläft hier sogar in seinem eigenen Bett, worüber ich sehr froh bin und auch sonst macht er den Eindruck als würde er sich wohl fühlen.

Die erste Nacht war sehr anstrengend. Er war sehr unruhig und sehr oft wach, hat gequengelt und gejammert und ich musste ihn gefühlt 100 mal in der Nacht stillen. Ich war echt fertig als die Nacht vorbei war. Ich bin oft beim Stillen einfach mal kurz eingeschlafen. Ich hätte nie gedacht, dass Stillen soo anstregend ist. Das ist wirklich kein Spaziergang. Stillen raubt unheimlich viel Energie und macht einen wahnsinnigen Durst. Und man hat wirklich kaum Ruhe außer der Kleine schläft mal für ein Paar Stunden. Ansonsten besteht unser Tagesablauf wirklich aus stillen, wickeln, schlafen legen. Und das immer und immer wieder. Noch dazu kommt, dass Stillen sehr schmerzhaft ist wenn man das Baby immer und immer wieder an die Brust anlegt. Zumindest bei mir ist das so, aber ich habe gehört, dass das mit der Zeit besser wird.

Die weiteren Nächte wurden aber zum Glück immer besser. Dank meiner Hebamme weiß ich jetzt noch besser auf seine Bedürfnisse einzugehen und wir entwickeln langsam unsere eigene tägliche Routine. Er schläft jetzt öfter am Tag mal 3 Stunden am Stück. 3 Stunden, in denen ich Frühstücken, ein bisschen Hausarbeit und duschen gehen kann und das auch, wenn Martin arbeiten ist und ich alleine zu Hause bin. Mittlerweile können wir auch alle zusammen im Schlafzimmer schlafen, da er jetzt in seinem Bettchen auch Nachts mal ein paar Stunden schläft. Trotzdem gibt es immer mal wieder Phasen und Nächte in denen es mal zwei Stunden dauern kann, bis er zufrieden und eingeschlafen ist. Aber es ist auf jeden Fall besser geworden. Und so gewöhnen wir uns Stück für Stück immer mehr aneinander.

Ein Baby zu haben ist ein Vollzeitjob, der manchmal auch Nerven und Kraft kostet, besonders wenn man selbst tot müde ist, aber man bekommt so viel zurück und ich mache es wirklich gerne. Für ihn aufstehen, ihn beruhigen, für ihn da sein und ja auch stillen, selbst wenn ich schmerzen dabei habe und danach am liebsten neue Brüste hätte haha ;).

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here